BLIS retrofit

  • Praktisch alle Angebote von TYC-Spiegeln verwenden als Abbildung dieses Bild von der Rückseite:


     


    Das sieht aus wie ein Foto vom Original. Nun hatte ich mir ja die Spiegel von BLIC bestellt, die ja nur ein Wiederverkauf von TYC darstellen und die sehen ganz anders aus was die Heizung angeht. Die Preisspannen der Spiegel sind teilweise unerklärlich und schwanken um +-300%.


    Hat jemand hier mal einen TYC bestellt und kann bestätigen das dieser so aussieht wie abgebildet? Ich befürchte zwar von allem was ich gelesen habe das die Heizleistung vom Spiegel ähnlich schlecht ist wie die vom von mir getesteten BLIC. Ich fürchte sogar das der Spiegel garnicht so aussieht...

  • So, bin nun günstig an Originalspiegel ran gekommen und habe die BLIC-Spiegel zurück geschickt, diesen Schrott. Mit den TYCs versuche ich es erst garnicht, nachdem was ich darüber gelesen habe. Nach dem Einbau lief das System sofort (CCC ändern, klar). Beim anlassen des Motors gehen die LEDs auch für eine Sekunde an. Funktionskontrolle.


    Mein Fazit bislang: Naja. Es funktioniert, aber die Anzeige kommt sehr spät. Wirklich erst dann wenn das Fahrzeug fast vollständig im toten Winkel ist. Man sieht noch einen Rest im asphärischen Spiegel, dann geht die LED an. Andere Fahrzeuge machen das meiner Meinung nach etwas besser und zeigen schon an weit bevor es in den toten Winkel kommt. Würde ich nach links ausscheren kurz bevor die LED angeht wäre ein Unfall kaum vermeidbar, außer der vorbeifahrende ist extrem aufmerksam, langsam und macht sofort eine Notbremsung. Da die Radarköpfe aber fest und vorgegeben montiert sind, sehe ich keine Möglichkeit da was zu justieren. Auch hier hätte ich mir ähnlich dem ACC eine Einstellmöglichkeit wie "sehr früh warnen", "normal warnen" gewünscht.


    Auf der Beifahrerseite finde ich es fast überflüssig, weil man da nach rechts kaum einen toten Winkel hat. Zumindest wenn man auch mal nach rechts schaut vor dem rüberlenken.


    Es schlägt auch manchmal unerklärlich an wenn man auf der rechten Fahrbahn (Autobahn natürlich ;-) unterwegs ist. Könnten vielleich Reflektionen über die Leitplanken sein?! Hätte ich aber nicht erwartet.


    Die LEDs sind mir ein wenig retro. Besser hätte ich gefunden wenn das Fahrzeugsymbol von hinten beleuchtet würde. So ein einfacher "Punkt" ist optisch kein Hingucker ;-) Auch die organge Farbe finde ich unpassend. Rot wäre deutlich besser, denn das Orange sieht so nach Blinker aus.


    Also bis jetzt zweifle ich daran ob dieses System wirklich gefährliche Situationen vermeiden kann. Für den Stadtverkehr fände ich es gut es würde auch im Toten winkel stehende Objekte (Fahrräder) anzeigen.


    Zumindest dürfte nun klar sein das alle FL die Möglichkeit zur BLIS-Nachrüstung im BCM integriert haben, wenn sogar mein Übergangsmodell das kann. Da meiner von hause aus eine gehobenere Ausstattung hatte, habe ich wohl das Glück gehabt das mein Türkabelbaum bereits über eine BLIS-Vorkonfiguration verfügte. Der Stecker innen zum Türmodul war bereits vorhanden. Der Wechsel der Türmodule ging Plug-n-Play.

  • Muss da noch mal ein paar Tests machen, aber heute auf der BAB bei 210 km/h auf der linken Spur wieder die BLIS Anzeige links. Habt ihr solche Probleme auch? Es scheint das die Leitplanke das Radar verwirren... kann (sollte) ja definitiv nicht sein.

  • Kommt immer wieder mal vor. Auch auf Landstraßen; da lässt es sich wohl von Leitpfosten beeindrucken. ich achte eigentlich nicht mehr drauf.

    Kann das auch vom Ex-Firmen-Galaxy 2011 bestätigen. Das ist beim MK5 definitiv weniger anfällig gelöst.

  • Was ja komisch ist, denn eigentlich sollte das Radar nur sich annähernde Objekte registrieren und nicht welche die sich vom Fahrzeug wegbewegen.

    ich glaube nicht das beim Blis der Doppler Effekt genutzt wird. Sonst würden sich langsam nähernde Fahrzeuge "übersehen" werden. Hier wird es wohl eher die Stärke des reflektierten Signals ausgewertet.

  • ich glaube nicht das beim Blis der Doppler Effekt genutzt wird. Sonst würden sich langsam nähernde Fahrzeuge "übersehen" werden. Hier wird es wohl eher die Stärke des reflektierten Signals ausgewertet.

    Da liegst Du leider völlig falsch, das möchte ich mal aufklären und auch nachvollziehbar beweisen. Da es eine sendende Einrichtung ist und die ausnahmslos eine FCC Zulassung benötigen. Über die FCC-ID "UR8100261" kommt man an interessante Infos ran. Leider sind die wirklich coolen Sachen wie Schaltpläne, Funktionsbeschreibungen, Diagramme unter NDA und bekommt man nur wenn man selbst einen sündhaft Teuren Mitgliedsvertrag bei der FCC hat.


    Das schöne ist, wenn man weiss das eine solche ID nur auf einen Typ vergeben wird und neu beantragt werden muss wenn man auch nur eine Kleinigkeit daran ändert, dann kann man auch die nutzen um die, zumindest Hardwaregleichheit, eines Moduls sicherzustellen. Sprich ALLE BLIS-Module die diese FCC-ID haben sind intern und extern exakt gleich aufgebaut.


    Die FCC Zulassung erfolgte am 06.11.2007. Interessant das für den vFL nie BLIS angeboten wurde. Aber vermutlich ist da die Ford-Strategie schuld, alle neuen Spielereien erstmal in den Focus zu packen und wenn sie ausgereift sind in die anderen Modelle.


    Über die Seite https://fccid.io/UR8100261 erhält man z.B. die Sendefrequenz: ca. 24 GHz, das das Modul''8X23-14D453-AG'' vom Jaguar baugleich mit dem im Mondeo ist (gleiche FCC ID) und wer weitere Fragen hat, kann den Entwicklungsingenieur auch mal direkt anrufen: Mr, Kenneth Booth, Electrical Engineer, Telephone Number: 603-578-8022


    Wer sich fragt wie das so aussieht wenn die FCC einen Test durchführt, erhält auch interessante Einblicke in das "Testlabor":

    In der Woche üben die Kids hier wohl Basketball oder Ausdruckstanz ;-)

    Das System von Valeo selbst wird "Valeo Raytheon MBR" genannt und unser Typ im Mondeo (AM2T-14C689-A*) hier ist "Generation 2" ("MBR-Gen2"). MBR steht da für "Multi-Beam-Radar". Die Funktionsweise wird als "frequency modulated continuous wave radar (FMCW)" beschrieben, ein sog. Dauerstrich Radar

    Kurz zusammengefasst: "Mit einem unmodulierten Dauerstrichradar können Entfernungen nur dürftig bestimmt werden. Es wurde vielmehr zur berührungslosen Geschwindigkeitsmessung mittels Doppler-Effekt entwickelt und wird als Bewegungsmelder eingesetzt. Modulierte Dauerstrichradargeräte, auch FMCW-Radar (von englisch frequency modulated continuous wave radar) genannt, werden vor allem als Abstands- oder Höhenmesser oder als Navigationsradar mit geringer Reichweite auf Schiffen und Booten eingesetzt." - und in mobilen Blitzgeräten (anmerkung von mir ;-)




  • Ich habe einen BLIS-Spiegel (Originalteil) bei dem die Spiegelheizung einen Innenwidertand von 65 Ohm aufweist, also viel zu viel um ordentlich zu heizen im Winter. Daher habe ich den mal zerlegt :-)


    Mit einem flachen Plastikspatel liesen sich beide Teile bruchfrei voneinander trennen, sogar im Zustand Zimmertemperatur. Ich denke, auch wenn das alles durchaus Wärmefest sein muss (Sommer wie Winter) das bei einem Vorheizen im Backofen auf 60-70 Grad das noch einfacher geht. Nur kann man dann den Spiegel nicht mehr ohne weiteres mit den Händen halten ;-)

    Ich bin ringsrum einfach immer tiefer unter das Plastik bis sich am Ende selbiges vom Glas löste.


    Was mich u.a. interessieren würde ist, womit die beiden Hälften verklebt sind? Das sieht für mich nach einer Art, dünnem, doppelseitigem Klebeband aus. Gibt es sowas evtl. als Reparaturmaterial zu kaufen? Wiederverwenden kann man es wohl eher nicht, oder es würde zumindest nicht halten.


    Aber auch dem elektrischen Problem möchte ich mal auf den Grund gehen. Wie konnte der Spiegel, der in etwa so alt ist wie mein Nicht-BLIS-Spiegel am Auto, dennoch seinen Innenwiderstand so stark heraufsetzen? Optisch ist erstmal kein Schaden zu erkennen und Abnutzung findet in dem Sinn auch keine Statt.


    Ich werde mal die Klebereste vollständig entfernen und mir das mal unterm Mikroskop genauer anschauen.


    P.S.: Wie bei fast allen meinen Beiträgen in der "Bastelstube" folgt dieses Experiment keinem Ziel, es ist die pure Neugier. Das nur für die Ökonomen unter uns...

  • Was mich u.a. interessieren würde ist, womit die beiden Hälften verklebt sind? Das sieht für mich nach einer Art, dünnem, doppelseitigem Klebeband aus. Gibt es sowas evtl. als Reparaturmaterial zu kaufen?

    was letztlich benutzt wurde zum verkleben, kann dir hier wohl niemand beantworten. es sei denn, er hat ebenfalls einen zerlegten spiegel vor sich und /oder informationen aus erster hand.

    doppelseitiges klebeband, das sehr schmal, sehr dünn und dabei klebestark und über längere zeit wetter(wasser-)beständig ist, gibt es durchaus. inwieweit es im verbund mit den kunststoffen des spiegels funktionieren könnte... who knows. vasuch macht kluch.


    als ich vor einem vierteljahrhundert meine ersten selbst konstruierten lenkdrachen auch selbst gefertigt habe, musste ich die zu vernähenden "stoff"lagen auch mit sowas fixieren. da man für kites damals wie heute icarex etc, also nylon und polyester-stoffe nimmt, dazu beschichtet, war eine sehr hohe klebefestigkeit unabdingbar. und abgekriegt hat man das klebeband auch nicht wieder.

    warum aber... nimmt man nicht einfach bspw. einen normalen sekundenkleber? zwei-komponenten-kleber...? sowas lässt sich doch hauchzart aufgetragen und klebt gerade *plastik* in aller regel doch für die ewigkeit. oder quark. wenn es um einen richtigen kraftkleber geht... :doublethumbsup:

  • Go4IT Laß Dir keinen Kleber einreden. Sekundenkleber ist nicht dauerhaft wasserfest. Im Außenbereich wäre das nicht sinnvoll.

    Andere Kleber enthalten ggf. Lösungsmittel, die u.U. die Spiegelbeschichtung und/oder den Plateträger angreifen.

    Nimm einfach handelsübliches doppelseitiges Klebeband, am besten solches mit dünner Schaumstoffeinlage.

    Beispiel

    Gruß aus Erfurt


    Schon der dritte Ford und der Fahrer wird nicht schlau draus!

  • Danke für Eure Meinungen.


    Ich denke das der Hersteller schon das richtige gewählt hat zum kleben. Sicher nicht weil er einem das zerlegen des Spiegels vereinfachen wollte, sondern sicher nur weil es die einfachste, haltbarste und billigste Möglichkeit war beide Komponenten zu verbinden und zwar Witterungsfest (=Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit, alle arten von Reinigungsmitteln). Hat auch meist noch produktionstechnische Gründe.


    Und ja, irgendeine Art Klebstoff kann durchaus negativ auf die silber bedampften Leitstrecken und die schwarzen Heizwiderstände wirken, diese ab- oder sogar auflösen. Ich denke das ist auch ein Grund gewesen es mit Klebeband zu machen. Aus anderen Foren lese ich das es durchaus Modelle gibt bei denen das Glas aus der Trägerplatte rausfällt oder es sich löst und wackelt. Die dortigen Bilder zeigen auffallend oft Flächen mit Kleberesten, also grad so als wäre der Spiegel mit Scheibenkleber oder Silikon draufgebappt worden ab Werk.


    Das Klebeband muss sehr dünn sein, sonst steht das Glas über den Plastikrahmen-Rand drüber hinaus, so wie dieses: https://www.amazon.de/Klebesho…0G4GQ0O4/ref=sr_1_19_sspa

    Es gibt solche "Reparatursätze" durchaus, da ist natürlich alles schon fix und fertig: http://vi.raptor.ebaydesc.com/…s=0&t=1565617145000&ver=0

  • Genau solches Klebeband aus beidseitig bekleisterter Folie ist suboptimal. Das gleicht keinerlei Unebenheiten aus wie z.B. die Leiterbahnen. Damit kannst Du einen Teppich am Parkett festmachen aber nicht am Auto arbeiten.

    Das von mir verlinkte ist ja auch nur knapp 1 mm dick. Dafür soll es aber auch Schwingungen dämpfen und in gewissem Rahmen auch Wärmedehnungsspannungen ausgleichen. Und es hält!

    Gruß aus Erfurt


    Schon der dritte Ford und der Fahrer wird nicht schlau draus!

  • Letzteres ist sicher auch ein Grund warum der Hersteller das Glas nicht vollflächig mit Kleber an den Rahmen befestigt hat. Guten Punkt. Ich werde jetzt auch mal untersuchen wie es sein kann das die Spiegelheizung bei besagtem Spiegel so extrem nachlassen konnte. Ohne irgendwelche mechanischen Beschädigungen kann ich mir das garnicht erklären...