Wildunfall: Fragen zur Schadensregulierung

  • Hallo!


    (Ich bin nicht ganz sicher, ob das Thema ins Forum gehört..)


    Erst einmal ein paar Fakten:


    - Kilometerstand 128 tkm

    - weitere Daten siehe Profil links

    - Einige Modifikationen am Motor, grosser LLK, grossse Downpipe, Edelstahlanlage, Alu-Ansaugbrücke, Bluefin...

    - bisher unfallfrei

    - Vollkasko, ohne Werkstattwahl, Werkstatt wurde durch Versicherung augewählt


    Ich hatte letze Woche einen Wildunfall, mir ist ein selbstmordgefährdeter Rehbock auf der Bundestrasse morgens direkt vor den Wagen gelaufen. Schaden am Fahrzeug ist ein eingedellter Kotflügel links und dann noch eine kleine aber tiefe Delle in der Fahrertür, da hat er noch mal mit dem Hinterlauf ausgetreten. Darunterliegende Teile wurden nicht beschädigt, es war mehr ein Streifschaden (zum Glück...). Wildunfallbescheinigung durch die Polizei liegt vor.

    Repariert wurde durch Kompletttausch, also neuer Kotflügel, neue Tür, mit Reinlackieren in die hintere Tür.


    Soweit so gut.


    Meine Fragen:


    1. Gilt der Wagen dann noch als unfallfrei (weil nur Blechteile betroffen sind und die komplett neu sind) oder ist das jetzt ein Unfallwagen?

    2. Falls nicht mehr unfallfrei, dann ist der Wert nach Reparatur ja trotzdem niedriger als vorher. Ist diese Reduktion auch Teil des Schadens und wenn ja, wird das von der Versicherung ausgeglichen?

    3. Falls ja, wie wird der Wert vorher und nachher ermittelt? Muss ich da noch zum Gutachter?

    4. Nebenfrage, nicht so wichtig: Als Werkstattwagen gab es einen Fiat Panda mit Minimalausstattung, also wirklich mit gar nix, dazu noch reichlich abgerockt. Gäbe es da theoretisch Anspruch auf Ausgleich?


    Danke und sorry, falls das Thema nicht hierher gehört.


    MfG


    Stephan

    Das Leben ist zu kurz, um Reihenvierzylinder zu fahren.

  • 1. ist grenzwertig, allein die Lackierung verrät den Unfall.

    2. Wertverlustausgleich ist bei Teilkasko nicht (Wildunfall ist ja ein Teilkasko Schaden)

    3. Du kannst selbst einen Gutachter beauftragen. Dann hast Du beim nächsten Schaden gegenüber der Versicherung etwas in der Hand. Ich musste auch 1,5 Jahre nach dem Wildunfall die Rep. nachweisen als mir jemand ins Heck gefahren ist.

    4. Nutzungsaufall/Leihwagen bekommt man nur bei Haftpflichtunfall von der gegnerischen Versicherung. Bei Dir ging der Leihwagen wohl auf Kosten der Werkstatt.

  • 3. Du kannst selbst einen Gutachter beauftragen. Dann hast Du beim nächsten Schaden gegenüber der Versicherung etwas in der Hand. Ich musste auch 1,5 Jahre nach dem Wildunfall die Rep. nachweisen als mir jemand ins Heck gefahren ist.

    Als Nachweis reicht auch die jetzige Versicherungsabrechnung, besser noch eine Kopie der Werkstattrechnung.

    Gruß aus Erfurt


    Schon der dritte Ford und der Fahrer wird nicht schlau draus!

  • Wenn (Blech/Karosserie)Teile ausgetauscht werden mussten, dann gilt nach überwiegender Rechtsprechung das Fahrzeug nicht mehr als unfallfrei.

    OH

    Die schnellste Verbindung zwischen zwei Punkten ist eine Gerade.
    Die von den meisten Fahrern am wenigsten beherrschte Strecke zwischen zwei Geraden ist eine Kurve.
    Was das heißt?


    Geradeaus sind wir alle schnell !!!


    Achtung! Beiträge können Ironie enthalten! Ironie unterliegt nicht der Kennzeichnungspflicht!


    Meine Beiträge in diesem Forum geben ausschließlich meine persönlichen Meinungen und Wissensstände wider.

  • @ OH: Das ist nur halbrichtig, weil es eine Reihe sich widersprechender Urteile gibt. Tenor ist: Bei der Definition von Unfallfahrzeugen geht es um strukturelle Schäden. Wenn nur geschraubte, also nicht strukturelle Bauteile getauscht werden, braucht man den Unfall nicht anzugeben. Vielleicht kann man die nachlackierten Teile als solche, aufgrund eines geringen Farb- oder Strukturunterschieds erkennen, das macht den Wagen aber nicht zum Unfallwagen.

    Dasselbe gibt für Teile der Struktur (z.B. hinteres Seitenteil oder Schweller), die nicht ausgetauscht, sondern instandgesetzt werden.


    Es obliegt Dir, einem eventuellen Käufer später zu sagen, dass der Wagen einen leichten Wildschaden gehabt hat. Eine gefühlte Wertminderung für den Unfall erstattet Dir Deine Teilkaskoversicherung ohnehin nicht.

  • Hallo,


    wow, so viele, schnelle Antworten!


    Vielen Dank an Euch, das war wirklich hilfreich! :-)


    MfG


    Stephan

    Das Leben ist zu kurz, um Reihenvierzylinder zu fahren.

  • Und laß Dir den Rehbraten schmecken :doublethumbsup:

    Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht schlimm, weil man ja tot ist ... schlimm ist es für die anderen .... genauso ist das übrigens wenn man doof ist! :D

  • Haha, witzig. :-)


    Nö, der Rehbock hat sich hinkend in den Wald davongemacht und der Jäger hat ihn später nicht aufspüren können.


    Tja, nix zu machen...

    Das Leben ist zu kurz, um Reihenvierzylinder zu fahren.

  • Dann war es bestimmt ein Jogger mit Rehbocks :doublethumbsup:

    Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht schlimm, weil man ja tot ist ... schlimm ist es für die anderen .... genauso ist das übrigens wenn man doof ist! :D

  • Wir wollten nur helfen

    Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht schlimm, weil man ja tot ist ... schlimm ist es für die anderen .... genauso ist das übrigens wenn man doof ist! :D

  • Fragt sich nur wem. Mir oder Euren Lachmuskeln?


    Na ja, wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung...


    Inzwischen ist alles repariert, neuer Kotflügel, neue Tür und auchgut lackiert, ob wohl ich da nicht so das Auge für habe.


    MfG


    Stephan

    Das Leben ist zu kurz, um Reihenvierzylinder zu fahren.

  • Na ja, wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung...

    Nimm es positiv, Dir ist nichts passiert. Schäden am Auto lassen sich reparieren. Ich hatte übrigens 09/16 "Kontakt " mit 2 Wildschweinen und war recht froh das ich in einem Mondeo und nicht in irgend einem Kleinwagen saß. Ich musste mir auch "ein wenig" Neckereien anhören, vor allem weil es gleich 2 Wildschweine waren.